Es war ein ruhiger Tag in der Hofstadt. Bis man Lärm vor den Toren hören konnte. Besorgt eilte König Nero zu Kirika, seiner Hof-Abenteurerin.
„Kirika, habt Ihr es auch gehört? Es ist schrecklich! Wir werden angegriffen!“, so begrüßte er das junge Mii, das eigentlich gerade ausschlafen wollte. Letzte Nacht hatte sie sich mal wieder viel zu lange in der Hofstadt herumgetrieben.
Etwas missmutig trottete Kirika seiner Majestät König Nero hinterher. Vor den Toren erblickten sie den Angreifer — und erstarrten. Es handelte sich um keinen Geringeren als Prinz Blackfox, doch statt in seiner üblichen Kleidung, in einer leuchtend neongrünen Rüstung.
„Filius, was tut Ihr da?“, fragte König Nero ungläubig. „Legt diese alberne Rüstung ab und kommt mit nach Hause! Wir werden Euch auch gewiss nicht böse sein!“
Der Angreifer lachte hämisch. „Filius? Nach Hause? Ich kenne euch doch noch nicht einmal! Ich bin der große Drachenlord — und euer Hof gehört schon bald mir!“
„K-kirika, tut etwas“, wandte sich der König nun an seine Hof-Abenteurerin, „er ist nicht mehr ganz bei Trost. Wir erkennen Unseren Filius gar nicht mehr wieder!“ Kirika nickte.
„Ha!“, brüllte der Drachenlord. „Ihr besiegt mich nie!“ Und schon war er verschwunden.
„Groudon, wir packen das“, sagte Kirika zu ihrem treuesten Spielzeugpokémon. „Wir haben noch jeden Feind besiegt.“ Groudon leuchtete kurz rot auf, nur um im nächsten Moment noch bedrohlicher auszusehen. Es begab sich aufs Schlachtfeld und wurde von einer Horde Balgoras und Monargoras begrüßt.
„Abgrundsklinge! Bis ich etwas anderes befehle!“ rief Kirika ihrem Pokémon zu. Dieses besiegte die Horde Gesteinspokémon ohne große Probleme. Es ging weiter über das Schlachtfeld und gelangte zu einer Horde Schilterus und Bollterus, doch diese waren sogar noch einfacher zu besiegen.
„Wir werden das Schlachtfeld rocken“, murmelte Kirika siegessicher, als Groudon auch mit einigen Koknodon und Rameidon scheinbar problemlos fertig wurde. Doch in genau diesem Augenblick tauchte Blackfox wieder auf. Bei ihm ein übergroßes Ampharos, umringt von Forstellka, die aus drei Türmen am hinteren Schlachtfeldrand immer wieder Verstärkung anforderten.
„Ampharos, Mega-Entwicklung!“, befahl der Drachenlord, woraufhin dem Spielzeugleuchtturm eine wehende Mähne wuchs.
„Keine Angst, Kumpel. Das da ist ein Elektro-Typ, den klatschst du locker“, sagte Kirika zu ihrem Gefährten, immer noch so siegessicher wie am Anfang. Und so rannte Groudon ins Getümmel. Die Forstellka stießen Kugeln aus weißem Plasma aus und schossen diese auf das nahende Spielzeugpokémon. Dieses wurde dadurch in seiner Angriffsfähigkeit stark eingeschränkt, wusste sich gegen die Plasmakugeln der Forstellka und die Blitze des Ampharos nicht mehr zu wehren. Und so kam es, dass es erst taumelte, sich in seine normale Form zurückverwandelte und dann zu Boden fiel. Zum Preis von zwei Poké-Diamanten hätte Kirika den Kampf fortführen und Verstärkung rufen können. Aber sie war zu geizig.
„Hahaha, sehr schöne Vorstellung! Wie äußerst amüsant!“, vernahm sie eine ihr nur allzu bekannte Stimme von hinten. „Drachenlord, du kümmerst dich um das Schloss. Und ich …“ Der Ursprung der Stimme drehte Kirika um, sodass sie ihm ins Gesicht blicken musste. Ihm, Finsterkaiser Corvin, dem schlimmsten Feind, den das Spielfigurenland je gesehen hatte. „… ich kümmere mich um sie.“ Er grinste sie an, als er ihr immer näher kam. Kirika wollte rückwärts gehen, sich von ihm entfernen, doch er packte ihre Hände und verschränkte ihre Arme hinter ihrem Rücken, seinen Körper gegen ihren gepresst, ohne ihr eine Chance zu lassen, sich zu bewegen.
„Na na na, als würde ich dich so einfach gehen lassen. Du kommst schön mit mir.“ Sein eiskaltes Grinsen wurde noch breiter.
Angst machte sich in ihr breit. Ihr Spielzeugherz raste, sie wollte fliehen, doch … doch er ließ ihr keine Chance. Er hatte sie in seiner Gewalt. Sie spürte den festen, schmerzhaften Griff seiner Hände um ihre Handgelenke. Kein Ausweg … Hätte sie die zwei Diamanten doch bezahlen sollen? Wäre das dann nicht passiert? Hätte es eine Möglichkeit gegeben, dies abzuwenden? Groudon war zu schwach gegen die Forstellka, das wusste sie. Sie wollte sich doch eigentlich nur zurückziehen und einen Plan ausdenken, wie sie den Drachenlord besiegen konnte. Doch jetzt … jetzt war alles zu spät. Der Finsterkaiser band ihr die Arme zusammen. Jetzt war sie seine Gefangene. Würde sie für den Rest ihres Lebens in seinem Kerker festsitzen? Würde irgendjemand sie vermissen, sie suchen? Würde sie das Spielfigurenland jemals wieder sehen? Was, wenn der Drachenlord das Spielzeugland einnahm? Was würde aus Nero werden? Was aus Keksi? Keksi, ihre Freundin … Sie konnte sie nicht beschützen. Sie fühlte sich schuldig. Ihre Aufgabe war es, das Spielfigurenland zu beschützen. Doch nun …
Traurig blickte sie zu Boden. Sie hatte versagt. Auf ganzer Linie versagt. Es geschah ihr wohl recht, vom Feind festgenommen zu werden. Und so führte der Finsterkaiser sie ab. Sie, die besiegte Hof-Abenteurerin.

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