Kapitel 6: Kampfgebrüll

„Bitte, Kirika“, sagte Keksi und hielt die Hände ihrer Freundin. „Bitte, kämpf nicht auf seiner Seite.“
„Keine Chance“, antwortete diese nur, riss sich von der Prinzessin los und ging zum anderen Ende des Schlachtfeldes, einem weiten, freien Feld, das außer Schlamm aus nichts bestand. Corvin sah sie verwirrt an.
„Ich dachte, du tust so, als würdest du mit dem Feind in den Kampf ziehen?“, fragte er. „Außerdem, was soll das? Das Prinzesschen und der Meisterdieb? Die wollen uns doch verarschen!“
„Tut mir leid, es lief anders als erwartet“, sagte Kirika. „Ich konnte das Keksi nicht antun.“
Der Finsterkaiser lachte. „Wie konnte jemand, der so weich ist wie du, zu so einem mächtigen Abenteurer werden?“
„Ich habe wenigstens so etwas wie Gefühle“, entgegnete Kirika. „Aber wenn es dir nicht passt, kann ich auch die Seiten wechseln.“
Corvin lachte erneut. „Nein, kannst du nicht. Du weißt so gut wie ich, dass du zu sehr von mir besessen bist.“ Er grinste. „Du willst an meiner Seite kämpfen, weil du all die Vorzüge, die das bringt, genießen willst.“
Kirika sagte nichts und wandte sich dem Schlachtfeld zu. Warum musste er nur so recht haben mit dem, was er sagte? Sie konnte ihn wirklich nicht verlassen. Zu groß war seine Anziehungskraft, egal, wie widerlich er sich benahm.
„Keine Angst, Prinzessin“, sagte der Meisterdieb und lächelte Keksi an. „Ich bin bei dir. Dir passiert nichts. Alles wird gut.“
„Nichts ist gut!“, schrie Keksi. „Ich muss gegen Kirika kämpfen! Das ist ein Alptraum!“
„Shh, ganz ruhig“, flüsterte der Meisterdieb. „Wir werden sie besiegen. Dann wird alles wieder so wie früher.“ Keksi nickte. Sie hoffte so sehr, dass er recht hatte. Sie wollte nur ihre beste Freundin zurück.
Die Prinzessin ließ Rotom frei. Er hüpfte fröhlich auf das Schlachtfeld und wuchs auf seine vielfache Größe an. Kenneth schickte Cresselia in den Kampf, die ebenfalls an Größe wuchs. Sie gab dem Rasenmäher ein Zeichen und die beiden sahen gebannt auf die Gegner, die Kryppuk und Woingenau freiließen.
„Du nimmst dir Cresselia vor“, sagte Corvin zu Kirika.
Sie nickte. „Du hast ihn gehört, Kryppuk. Greif dieses pinke Etwas an!“
Das lilafarbene Pokémon stürmte hochmotiviert auf den Halbmond zu und spuckte seine Unheilböen aus. Cresselia wich flink aus und griff dafür mit Mondgewalt an. Kryppuk wurde von der sehr effektiven Attacke getroffen und zurückgeschleudert. Etwas benommen richtete es sich wieder auf und setzte zum nächsten Angriff an. Es musste jetzt hochkonzentriert bleiben! Eigentlich hatte es erwartet, den Kampf durch seinen einschlägigen Typvorteil recht schnell entscheiden zu können, aber diese Fee-Attacke hatte das Potenzial, das tatsächlich auszugleichen. Es tänzelte um Cresselia herum und feuerte ihr erneut lilafarbene Winde in den Nacken. Sie konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen und wurde von dem Angriff mit voller Wucht getroffen. Sie schüttelte sich und griff wieder an, doch Kryppuk duckte sich, um den weißen Plasmakugeln zu entgehen und stattdessen selbst einen weiteren Volltreffer zu landen. Das Psycho-Pokémon schrie unter Schmerzen auf und setzte Mondschein ein, um sich selbst zu heilen.
Angenervt griff Kryppuk erneut mit seinen Unheilböen an, doch Cresselia regenerierte sich schneller, als es Schaden anrichten konnte. Sie schoss erneut ihre leuchtenden Kugeln auf das finstere Pokémon, das es einmal mehr nicht schaffte, auszuweichen. Keuchend starrte es dem Halbmond in die Augen. Es durfte nun keinen weiteren Schlag mehr einstecken, sonst wäre es so gut wie besiegt, das wusste es. Als Cresselia erneut angreifen wollte, sprang es ab und griff sie unerwartet aus der Luft an, sodass sie den Angriff nicht schnell genug realisieren konnte, um ihm auszuweichen. Es landete hinter ihr und sah sie entschieden an.
Cresselia setzte erneut an, um anzugreifen, und Kryppuk lud ebenfalls einen Angriff auf. Beide wollten sie den Gegner mit dieser einen letzten Attacke besiegen. Gleichzeitig schossen sie ihre Angriffe ab, Mondgewalt traf auf Finsteraura, gleißend weißes Licht auf eine tiefschwarze Welle, doch der Angriff des sphärenförmigen Pokémon war stärker, sodass die Unlicht-Attacke das Psycho-Pokémon frontal traf und dieses kampfunfähig zu Boden ging. Kirika lächelte zufrieden.
Gleichzeitig rannte Rotom auf Woingenau zu, das einfach nur da stand und alles geschehen ließ. Rotom setzte Blättersturm um Blättersturm ein, Woingenau wurde schwächer und schwächer, doch es machte keine Anstalten, sich wehren zu wollen.
„Jetzt, Woingenau!“, rief Corvin, als sein Pokémon fast besiegt war. Es tänzelte und bewegte sich ein bisschen, um dann rot zu leuchten. Rotom holte zu einem weiteren Schlag aus.
„Nicht, Rotom!“, rief Keksi, doch es war schon zu spät und der Rasenmäher besiegte das blaue Pokémon, nur, um selbst auf einen Schlag schwach zu werden und dank Abgangsbund selbst kampfunfähig zu werden.
Corvin grinste zufrieden, als er Gewaldro auf Kampffeld schickte und die Mega-Entwicklung durchführen ließ. Jetzt würde er erst richtig loslegen.
Keksi schickte ihr Florges in den Kampf. Sie war beunruhigt. Was, wenn sie nicht stark genug waren? Was, wenn sie den Finsterkaiser nicht besiegen konnten? Wäre das Spielfigurenland dann für immer verloren? Wäre Kirika für immer verloren? Sie wollte eigentlich gar nicht daran denken, doch die Gedanken drängten sich ihr regelrecht auf.
Mit einem unverständlichen Grummeln schickte Kenneth sein Lucario los, das sich sofort mega-entwickelte. Eigentlich war er von seinen Pokémon überzeugt, aber die Gegner hatten es tatsächlich fertiggekriegt, sein Cresselia zu besiegen.
„Los, Florges, greif Kryppuk an!“, rief Keksi ihrem Pokémon zu. Die weiße Blume sprang fröhlich auf das bereits stark angeschlagene lilafarbene Pokémon zu, welches ihr keuchend auswich und stattdessen selbst angriff. Die Unheilböen waren zwar nicht sonderlich effektiv, aber sie schadeten genug, um das Pokémon für einen Moment zurückschrecken zu lassen.
„Lucario, unterstütze Florges!“, rief Kenneth. Sein Pokémon riss sich von Gewaldro, gegen das es schon angefangen hatte, zu kämpfen, los und schoss seine Aurasphären in die Richtung von Kryppuk. Dieses konnte nicht ausweichen und wurde hart, wenn auch nicht sehr effektiv getroffen. Das Geist-Pokémon ließ sich davon aber nicht beirren, obwohl es sich kaum noch aufrecht halten konnte, und zielte mit seinen mächtigen düsteren Winden auf beide Gegner. Es fühlte sich plötzlich schneller, stärker und sicherer und feuerte mit noch höherem Tempo und noch größerer Durchschlagskraft seine Attacken auf die Gegner, die kaum einen Moment fanden, um ihre eigenen Attacken aufzuladen. Gewaldro nutzte diese Chance und attackierte Lucario von hinten, welcher sich daraufhin wieder von Kryppuk abwendete. Florges jedoch wollte diesen Gegner ein für alle Mal loswerden und lud eine Mondgewalt auf, die sie mit allem, was sie hineinstecken konnte, auf Kryppuk abfeuerte. Mit einem krachenden, knackenden Geräusch traf die grell leuchtende Kugel auf das Unlicht-Pokémon, welches von der schieren Kraft, die darin steckte, absolut überwältigt wurde und kampfunfähig zu Boden fiel.
Kirika war zufrieden mit seiner Leistung und schickte sofort ihr Groudon in den Kampf. Er leuchtete rot auf und durchlief die Protomorphose. Er war mehr als bereit für diesen Kampf. Mit einer einzigen schnellen Abgrundsklinge durchbohrte er Florges, die einen gellenden Schrei ausstieß und umfiel, um nicht mehr aufzustehen. Kryppuk hätte es um ein Haar geschafft, sie im Alleingang zu besiegen.
„Lucario! Das Groudon ist jetzt wichtiger!“, rief Kenneth seinem Pokémon zu, das sich einmal mehr von Gewaldro losriss und auf Kirikas Pokémon stürzte. Corvin sah den Meisterdieb genervt an. Was war das für ein bescheuerter Kampf, in dem er die ganze Zeit außen vor gelassen wurde? Hatten die Gegner etwa vor, Kirika zuerst fertigzumachen, damit sie sich ihm dann in aller Ausführlichkeit widmen konnten? Vermutlich hatten sie Angst, seinen Pokémon nicht gewachsen zu sein.
Keksi machte sich nun bereit, ihr letztes Pokémon in den Kampf zu schicken, ihr Diancie. Doch konnte sie das eigentlich wirklich tun? Sie müsste den Mega-Stein benutzen, den sie von Kirika bekommen hatte. War es wirklich in Ordnung, Kirikas Geschenk gegen sie einzusetzen? Würde das nicht wie ein riesiger Akt der Undankbarkeit erscheinen? Sie zögerte, ihr Pokémon zu rufen und sah mit einem leeren Blick aufs Schlachtfeld, sah, wie die Pokémon dort kämpften, wie Lucario gegen beide Gegner alles gab, den Attacken auswich und seine Aurasphären auf Groudon schoss. Und sie sah Kirika, der der Hass ins Gesicht geschrieben stand. Sie hatte ihre Freundin noch nie so gesehen, es war regelrecht erschreckend. Das konnte doch nicht ihre Kirika sein, die da kämpfte. Nein, das war nicht ihre beste Freundin am anderen Ende des Feldes, ganz bestimmt nicht.

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„Los, Diancie, Mega-Entwicklung!“ Kirika sah ans andere Ende des Feldes, wo Keksi ihr Diancie auf den Kampf vorbereitete.
„Sie hat sie also gefunden“, sagte sie und lächelte.
„Wer hat wen gefunden?“, fragte Corvin nur halb interessiert.
„Keksi hat Diancie gefunden“, erklärte Kirika. „Den Mega-Stein und den Schlüssel-Stein hat sie von mir.“ Es war seltsam, diese Dinge dann zum ersten Mal im Einsatz zu sehen, wenn sie gegen sie verwendet wurden. Eigentlich hatte Kirika immer gehofft, eines Tages mit Keksi gemeinsam gegen die Gefahren, die andauernd vor den Toren des Spielfigurenlandes lauerten, zu kämpfen. Wer hätte jemals gedacht, dass es einmal so weit kommen würde? Sie wollte doch gar nicht gegen ihre Freundin kämpfen. Sie wollte nichts von alledem wirklich tun. Sie wollte zu Keksi rennen, sie in den Arm nehmen und sich für alles entschuldigen. Doch sie wusste, es war unmöglich.
„Schön für sie, aber jetzt konzentrier dich wieder auf den Kampf“, sagte Corvin streng. Kirika nickte.
„Los, Groudon! Gib alles und mehr!“, feuerte sie ihren treuen Partner an. Groudon war schon sehr geschwächt, doch er drehte tatsächlich noch einmal auf und durchbohrte seinen Gegner mit seiner Abgrundsklinge. Lucario keuchte, er konnte kaum noch stehen, doch er wusste, dass er nur noch einen einzigen wohl gezielten Angriff landen musste, um Groudon niederzustrecken. Dieser setzte zu einer weiteren Attacke an, doch das mega-entwickelte Pokémon sprang rechtzeitig ab, um den aus der Erde nach ihm greifenden Klauen zu entkommen und landete stattdessen selbst einen blau leuchtenden Volltreffer aus Auraenergie. Das urzeitliche Pokémon jaulte unter Schmerzen und fiel zu Boden.
Lucario war froh, diesen Gegner endlich losgeworden zu sein, denn er wusste, dass seine Boden-Attacken gegen das gesamte übrige Team sehr effektiv gewesen wären. Er selbst war aus dem Kampf allerdings auch nicht unbeschadet herausgekommen, im Gegenteil, er atmete schwer und drohte, jede Sekunde vom kleinsten Windhauch umgeweht zu werden. Gewaldro, der im Vergleich dazu immer noch recht gut bei Kräften war, nutzte diese Schwäche aus und sprang mit einer scharfen, gezückten Laubklinge in den Gegner, der ihm zuvor so oft davongerannt war. Das hatte er nun davon, dieser Feigling!
Kirika hatte nur noch ihr letztes Pokémon übrig. Ob es nicht vielleicht die bessere Entscheidung gewesen wäre, Groudon zuletzt einzusetzen? Immerhin hatten beide Gegner eine einschlägige Boden-Schwäche. Aber nun war wirklich keine Zeit mehr, darüber nachzudenken, was vielleicht anders gelaufen wäre, wenn man sich an irgendeiner Stelle anders entschieden hätte. Jetzt war es an der Zeit, Yveltal in den Ring zu schicken und die Sache zu beenden. Der Todesvogel breitete seine Schwingen aus und stieß einen Schrei aus, der dem ganzen Spielfigurenland verkündete, dass sie mehr als bereit für diese Schlacht war.
Kenneth war von der Leistung seiner Pokémon überhaupt nicht beeindruckt. Viel zu leicht ließen sie sich besiegen. Was war heute nur in sie gefahren? Hoffentlich würde sein letztes Pokémon das Ruder noch herumreißen können. Er schickte sein Vulnona auf das Schlachtfeld und befahl ihr, das Gewaldro anzugreifen. Dies war vielleicht seine letzte Chance, vor der süßen Prinzessin als großer Held dazustehen, er durfte es nicht versauen!
Der neunschwänzige Fuchs spuckte einen Flammenwurf in Gewaldros Gesicht, sodass dieser ein paar Schritte zurückweichen musste. Grimmig blickte er in die Augen der Angreiferin. Nur, weil er in seiner normalen Form einen Typnachteil gegen sie hatte, hieß das nicht, dass er auch so leicht zu besiegen war. Als sie mit einem weiteren Flammenwurf auf ihn zielte, wich er diesem mit einer flinken Bewegung zur Seite aus, nur, um im Gegenzug mit seiner Drachenklaue anzugreifen und seine Gegnerin zu Boden zu werfen. Schnell stand diese wieder auf und schüttelte sich den Dreck aus dem Fell. Sie heulte und rannte auf Gewaldro zu. Mit ihrem nächsten Angriff ließ sie ihn in einem Inferno untergehen, von dem er schmerzende Verbrennungen davontrug.
Die grüne Echse ließ sich davon nicht beirren. Zwar zehrte die Verbrennung an seinen Kräften, doch er wusste, dass er bis zur letzten Sekunde alles geben musste. Mit lautem Gebrüll stürzte er sich erneut auf Vulnona, doch diese nutzte seinen Angriff zu ihrem eigenen Vorteil und spie ihm ihren feurigen Atem entgegen. Gewaldro ging zu Boden, doch er richtete sich wieder auf. Er wollte alles geben, was er hatte. Mit gezückten Drachenklauen stürmte er auf seine Gegnerin zu und rammte ihr diese ins Fleisch. Keuchend ging er in die Knie. Die Verbrennungen hatten ihn besiegt.
Corvin grinste immer noch. Dieser Kampf verlief ganz nach seinen Erwartungen. Er schickte nun sein Lohgock ins Rennen und führte die Mega-Entwicklung durch.
„Lass Lohgock Diancie übernehmen, Yveltal soll sich um Vulnona kümmern“, sagte er zu Kirika. Sie nickte.
„Yveltal! Ablösung!“, rief sie dem schwarz-roten Vogel zu. Diese führte noch einmal seine Unheilsschwingen aus und füllte damit ihre Energie wieder auf, dann flog sie weg von der Edelsteinprinzessin und hin zur Feuerfüchsin. Dieser waren die Spuren des Kampfes mit Gewaldro noch deutlich anzusehen, sie atmete schwer und konnte sich nicht mehr so flink bewegen wie am Anfang. Yveltal schoss einen pulsierenden, rot leuchtenden Energiestrahl auf sie, der sie laut aufschreien ließ. Erneut füllte sie damit ihre eigene Kraft wieder auf. Überwältigt von diesem Gegner versuchte Vulnona verzweifelt, irgendetwas zu unternehmen, um sie wenigstens etwas zu schwächen, doch ihren Flammenwurf parierte sie geschickt und den Unheilsschwingen des Angreifers wusste sie nicht auszuweichen. Mit purer Angst in den Augen beobachtete sie, wie der rote Todesvogel einen weiteren Angriff auflud. Mit einem grässlichen, krachenden Geräusch trafen tiefschwarze Wellen, ihre Finsteraura, den winselnden Fuchs. Kraftlos sank sie in sich zusammen. Sie war diesem Gegner nicht im Geringsten gewachsen.
Kenneth fluchte vor sich hin, als er erkannte, dass er keine sonderlich große Hilfe gewesen zu sein schien. Von den anderen Kämpfenden weitestgehend unbemerkt schlich er sich leise davon. Diese Blöße konnte er sich vor der Prinzessin einfach nicht geben, was sollte sie nur von ihm denken! Kirika sah noch, wie er irgendwo in der Hofstadt verschwand. Diesen Feigling von Meisterdieb hatte Keksi nun wirklich nicht verdient.
Diancie ließ Lohgock inzwischen in einem Sturm aus rosafarbenen Diamanten untergehen, die sie ununterbrochen auf ihn schoss. Der rot-schwarze Feuervogel ließ sich dadurch allerdings nicht davon abbringen, seine eigene Attacke vorzubereiten. Voll Todesmut stürzte er sich wie ein in Flammen gehüllter Blitz auf die Gegnerin, wohl wissend, dass es gegen sie nicht besonders effektiv sein und er selbst Schaden davon nehmen würde. Die Diamantprinzessin schrie, der Angriff schien doch stärker als erwartet. Ein erneuter, perfekt gezielter Flammenblitz brachte sie zum Taumeln. Lohgock nutzte seine Chance aus und sprang hoch, um Diancie mit einem gekonnten Tritt mit dem Knie ins Gesicht zu treffen. Sie schrie laut auf und fiel zu Boden. Zitternd richtete sie sich wieder auf. Sie formte eine gleißend weiße Kugel und schleuderte diese auf das Feuer-Pokémon, dem es nicht mehr rechtzeitig gelang, auszuweichen. Doch er wusste, dass Aufgeben keine Option war. Er sprang erneut ab, um einen weiteren starken Treffer zu landen, doch Diancie wich zur Seite aus. Der Turmkick traf den Boden und Lohgock erschauderte vor Schmerzen. Diancie nutzte ihre Chance und feuerte ihm rosafarbene Diamanten ins Gesicht. Lohgock schrie vor Schmerzen, als er umfiel und liegen blieb.
Corvin war von seinem Lohgock enttäuscht, er hatte sich deutlich mehr von ihm erwartet. Immerhin hatte er noch ein Pokémon übrig, noch war also nichts verloren. Er rief seinen grünen, schlangenartigen Drachen in den Kampf und befahl ihm die Mega-Entwicklung.
„Beende es!“, brüllte er seinem Pokémon zu. Dieses fing an, grün zu leuchten, flog hoch empor und stürmte in seinen Gegner. Diancie war von der Kraft des Gegners überwältigt und fiel bewusstlos um.
„Nein“, sagte Keksi. „Nein, das darf nicht wahr sein!“ Sie begann, zu weinen. Sie hatte nicht nur diesen Kampf verloren. Sie hatte ihre Heimat verloren. Und sie hatte ihre Freundin verloren. Sie hatte alles verloren.

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Mit einem zischenden Geräusch schoss ein Lichtstrahl vom äußersten Schlachtfeldrand und verschlang Rayquaza und Corvin. Als das Feld wieder sichtbar wurde, lag der Drache regungslos am Boden. Er war von einer einzigen Attacke besiegt worden. Corvin rieb sich die Augen, das grelle Licht hatte ihn geblendet, er konnte nichts mehr erkennen.
Langsam schwebte das Pokémon, von dem die Attacke ausgegangen war, auf das Schlachtfeld. Kirika und Keksi staunten, sie hatten so etwas noch nie gesehen. Es sah aus wie ein Floette, doch sein Körper war blau statt grün und seine Blume hatte einen langen, roten Stiel. Die Blüte bestand nicht aus den üblichen fünf, sondern aus drei kurzen sowie drei langen, spitz zulaufenden Blütenblättern, die auf der Unterseite schwarz und auf der Oberseite rot glänzten und der Form der Blätter entsprechende schwarze Muster aufwiesen.
„Yveltal, Angriff!“, rief Kirika. Sie durfte sich von diesem Gegner nicht aus dem Konzept bringen lassen. Keksi schien zwar ebenfalls nicht zu wissen, wo er herkam, aber er kämpfte auf ihrer Seite und gehörte somit besiegt und ausgelöscht. Es war unmöglich, dass so eine dumme Fee ihrem Sieg im Weg stehen sollte.
Yveltal flog auf das wundersame Floette zu und griff mit ihrer rot leuchtenden Signaturattacke an. Die Fee schrie auf, sie schien schon sehr geschwächt zu sein. Vermutlich hatte sie von der gleißend hellen Attacke, die Rayquaza besiegt hatte, irgendeine Form von Rückstoß erlitten. Sie schoss erneut einen solchen Angriff aus ihrer Blüte auf Yveltal, die ein lautes Heulen von sich gab. Dieser eine Angriff fraß mehr als die Hälfte ihrer Kraft, doch tatsächlich schien er auch die Fee selbst zu verletzen. Es fehlte definitiv nicht mehr viel, dann wäre sie besiegt.
„Yveltal! Mach sie fertig!“, rief Kirika. Der Todesvogel schoss einmal mehr seine rot leuchtenden Unheilsschwingen auf die Fee, die sich kaum noch aufrecht halten konnte. Es fehlte noch höchstens ein Treffer, um sie zu besiegen. Leider galt Selbiges auch umgekehrt, denn Yveltal hatte noch nicht genug Energie absorbiert, um einem dieser gleißenden Lichtstrahlen standzuhalten.
Die Fee schwenkte ihre Blüte herum und richtete sie genau auf Yveltal. Diese sprang in genau dem Moment, in dem die Attacke vor ihr in den Boden einschlug, von diesem ab und warf sich in die Lüfte über dem wundersamen Pokémon. Sie machte sich bereit für den entscheidenden Schlag.
Corvin riss die Augen auf. Endlich konnte er wieder etwas erkennen. Sein Atem stockte einen Moment. „Nicht, Yveltal!“, schrie er, doch es war schon zu spät. Ein pulsierender, roter Energiestrahl traf die Fee, sodass diese kraftlos in sich zusammensank. Fassungslos sah der Finsterkaiser, wie das Pokémon erst taumelte und dann umfiel.
„Was hast du getan?“, brüllte er Keksi an. „Was hast du mit meinem Floette angestellt?“
Diese verstand nicht, was er meinte. Sie hatte das Pokémon doch gerade eben zum ersten Mal gesehen. Außerdem schien es nicht gerade auf seiner Seite zu kämpfen. Was brachte ihn also dazu, von seinem Pokémon zu sprechen? Sie kniete vor der kleinen Fee, die gerade versucht hatte, den Kampf für sie zu entscheiden, und streichelte ihr über den Kopf. Sie würde sich um das kleine Pokémon kümmern müssen, als wäre es ihr eigenes, schon allein aus Dankbarkeit.
„Yveltal! Greif die Prinzessin an!“, brüllte der Finsterkaiser. Der Todesvogel, der immer noch ihm gehörte, gehorchte und schoss mit seinen Unheilsschwingen auf Keksi. Ein fürchterlicher, qualvoller Schrei entkam ihrer Kehle, der Kirika erschrocken zusammenfahren ließ.
„Was soll der Mist?“, schrie sie. „Sie kann doch nichts dafür!“
„Schnauze!“, brüllte der Finsterkaiser. Kirika wich zurück. Was war nur in ihn gefahren? Sie wusste, dass er grausam sein konnte, aber so grausam? Und das nur, weil sich ein Pokémon entschieden hatte, für Keksi zu kämpfen?
Die Prinzessin saß am Boden, wimmerte, weinte, schrie vor Schmerzen, die sie durchleiden musste. Kirika sah Corvin angewidert an. Wie konnte er nur? Wie konnte er ihrer Freundin so etwas antun?
„Yveltal! Noch einmal!“, brüllte er.
Keksi wusste, dass sie eine weitere Attacke nicht überstehen würde. Yveltal sammelte die nötige Energie für einen weiteren Angriff. Ein krachender Energiestrahl fuhr Keksi entgegen, der Anblick der pulsierenden, roten Attacke brannte sich in ihre Augen, als sie diese vor Angst zusammenkniff. Einen furchtbaren Moment lang herrschte Stille. Dies war ihr Ende. Dies war ganz klar ihr Ende.
Kirikas markerschütternder Schrei ließ sie aufblicken. Vor ihr stand ihre Freundin und fing mit ihrem Körper die Attacke des Todesvogels ab, um sie zu schützen. Sie fing Kirika auf, als sie kraftlos zu Boden sank.
„Warum?“, fragte sie ungläubig und mit Tränen in den Augen. Ihre Freundin hatte gerade ihre Gesundheit, wenn nicht ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um sie zu retten.
„Ich kann doch nicht zulassen, dass meinem Keksilein etwas zustößt“, hauchte Kirika und erzwang ein Lächeln. Die beiden sahen sich nur an und aus irgendeinem Grund fühlten sie sich sicher, gar glücklich. Keksi drückte sich an ihre Freundin.
„Du bist doch krank“, rief Kirika Corvin entgegen. Voller Verachtung sah sie ihn an, der die Angriffe nun eingestellt und sein Yveltal zurückgerufen hatte. Wie konnte er das tun? Und wie konnte sie ihm nur folgen? Es war ein Fehler gewesen, ganz bestimmt. Warum war ihr das nur nicht früher aufgefallen? Es war ein Fehler, so ein großer Fehler.
„Du kannst mit mir kommen oder du bleibst hier“, sagte Corvin zu Kirika. „Deine Entscheidung. Ich stehe dir nicht im Weg, wie du dich auch entscheidest.“
Kirika sah ihre Freundin an, die sie festhielt und sich an sie drückte. Sie musste sich jetzt für das Richtige entscheiden, auch, wenn es wehtat.
„Tut mir leid, Keksi“, sagte sie, stand auf und folgte dem Finsterkaiser, der zufrieden grinste. Ihre Freundin sah ihr ungläubig und traurig hinterher.
„Warum?“, flüsterte Keksi. Sie saß dort auf dem Schlachtfeld, dort, wo sie alles verloren hatte, dort, wo nun alles vorbei war, und weinte.

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